Kantig sichtbar. Sichtbar kantig.
Das ist mein Motto für 2026.
Es geht darum, dass ich mit allen Kanten und Ecken sichtbar werde.
Mit meiner Besonderheit.
Für mein näheres Umfeld – und für meine Kundinnen.
So, dass klar erkennbar ist, wie ich ticke.
Was ich will.
Und auch: was von mir nicht zu bekommen ist.
Wenn ich sichtbar werde, werde ich sichtbar mit Kanten.
Genau das ist es, was eine eindeutige Positionierung braucht.
Und ja – ich weiß, das wird kein Spaziergang.
Hinter mir liegen schwere Erkenntnistage.
Harte innere Prozesse.
Und glaub mir: kaum jemand weiß so gut wie ich, wozu einen Bindung bringen kann.
Ich bin eingebunden aufgewachsen in einer Großfamilie.
Ich habe innerhalb eines Familiensystems gearbeitet.
Ich habe im selben Ort gelebt, in dem diese Großfamilie lebt.
Ich fühle Menschen.
Ich spüre, wie es ihnen geht, was sie brauchen.
Ich nehme Spannungen im Raum wahr.
All das hat dazu geführt, dass ich Spannungen schlecht aushalten konnte.
Es gibt so viele Spannungen in dieser Welt.
Ich habe ausgeglichen, vermittelt, geglättet.
Und mich oft gewundert, wie konfrontierend manche Menschen sein können.
Wie egoistisch.
Ich war lange zurückhaltend.
Nett.
Ich wusste, was erwünscht ist – und was nicht.
Ich habe gelernt, mich anzupassen.
Das hatte einen Preis.
Der Preis war ich.
Ich mit meinem So-Sein.
Ich mit meiner Meinung.
Ich mit meinem Erleben.
Ich wollte nie andere dominieren.
Ich wollte Raum lassen.
Entfaltung ermöglichen.
Und ja – viele Menschen konnten sich um mich herum entfalten.
Nur ich selbst: bislang zu wenig.
Kantig war ich vermutlich schon immer.
Aber ich habe meine Kanten geglättet, geschont, geschliffen, zurückgehalten.
Auf Kosten von mir.
Ich verstehe heute, warum ich oft nicht denken konnte.
Warum alles im Nebel war.
Bindung stand höher als mein Ich.
Den anderen nicht zu verletzen stand höher, als meine eigenen Interessen zu vertreten.
Ich bin zur Expertin für Überlebensstrategien geworden,
ohne es zu wissen.
Mit der Einschränkung, dass ich sie lange nicht ändern konnte.
Das ändert sich gerade.
2026 wird anders.
Ich werde sichtbarer.
Nicht lauter.
Nicht aggressiver.
Sondern klarer.
Das Kantige ist weniger ein Thema nach außen
als nach innen zu mir.
Mich auszuhalten.
Auch dann, wenn ich nicht dem Mainstream entspreche.
Ich habe Angst – ja.
Wie immer, wenn es um Bindung geht.
Und gleichzeitig ist es jetzt genug.
Es werden keine großen Schritte sein.
Sondern viele einfache.
Meine Interessen spüren.
Sie sehen.
Und sie vertreten.
Nach fast 65 Jahren mit einem krassen Bindungsmuster
ist das eine Herausforderung.
Es gibt Dinge, die gehen für mich in der Kommunikation einfach nicht:
Andere abbügeln.
Runtermachen.
Sich drüber stellen.
Manipulieren.
Nicht, dass ich alles durchschaue.
Aber wenn ich es sehe, heiße ich es nicht für gut.
Das oberste Motto bleibt:
Ich bin ok. Du bist ok.
Ich schreibe das auch öffentlich,
weil ich bei meinen Kundinnen oft Ähnliches wahrnehme.
Auch sie stellen die Bindung höher als ihr eigenes Erleben.
Kantig sichtbar.
Sichtbar kantig.