Ja, klar, du kannst in einen Yogakurs gehen.
Du kannst meditieren, Atemtechniken lernen oder spirituelle Seminare besuchen.
Du kannst joggen, in den Wald gehen oder Sport machen.
All das ist gut.
Und trotzdem findet dein Leben nicht dort statt.
Es findet jetzt statt. Genau hier.
Das Wichtigste in Kürze:
- Dein Leben findet nicht erst im Yogakurs oder in der Meditation statt, sondern genau jetzt, im Alltag.
- Du brauchst keine Ausbildung, um achtsam zu sein – Du hast Deine Sinne bereits dabei.
- Wähle einen Sinn – Sehen, Hören, Schmecken oder Spüren – und richte Deine Aufmerksamkeit eine Woche lang immer wieder darauf.
- Dein Körper ist Dein stärkster Anker: Spüren, wo ein Gefühl sitzt, bringt Dich gerade in schwierigen Momenten zurück zu Dir.
- Auch kleine Handlungen wie das bewusste Anrichten von Obst können zu einem kleinen Alltagsmandala werden, das Dich in den Moment holt.
Häufig teilen wir unser Leben ein in Arbeitszeit, Freizeit, Familienzeit, Hausarbeitszeit.
Dabei leben wir immer. Die ganze Zeit.
Atme jetzt.
Spüre jetzt, wie dein Körper den Stuhl, den Boden oder das Bett berührt.
Nimm wahr, was du in den Händen hältst.
Du brauchst dafür keine Ausbildung. Du kannst jetzt beginnen.
Warum Achtsamkeit im Alltag wichtiger ist als Kurse
Natürlich kannst du Bücher lesen und Kurse besuchen, um Achtsamkeit zu lernen.
Das kann hilfreich sein.
Aber du hast alles schon dabei: deine Sinne.
Du musst nicht warten, bis du „bereit“ bist.
Du kannst mitten im Alltag anfangen.
Wähle einen Sinn und richte deine Aufmerksamkeit für eine Woche immer wieder darauf.
Ganz nebenbei. Ohne Druck.
Sehen – Die Welt neu wahrnehmen
Beginne zum Beispiel mit dem Sehen.
Lebe dein Leben. Mach dein Ding.
Und schau bewusst hin.
Welche Farben siehst du?
Welche Formen?
Welche Details hast du bisher übersehen?
Ich habe irgendwann angefangen, überall Mandalas zu entdecken.
In Pflastersteinen. In Rissen. Auf Wegen.
Einmal waren es die Dohlen auf der Straße.
Sie sehen alle unterschiedlich aus.
Manche schlicht, manche wunderschön verziert.
Wenn du sie wahrnimmst, bist du im Hier und Jetzt.
Nicht in deinen Gedanken.
Hören – Was wirklich gesagt wird
Dann kannst du dein Hören schulen.
Was hörst du eigentlich den ganzen Tag?
Ich habe mir einmal vorgenommen, jede Krähe bewusst wahrzunehmen.
Auch während ich Seminare leitete.
Mitten im Sprechen hörte ich sie.
Ich nahm sie wahr.
Atmete.
Und sprach weiter.
Die Krähen erinnerten mich daran:
Mein Leben ist wichtiger als mein perfekter Vortrag.
Auch bei Menschen lohnt es sich hinzuhören.
Nicht nur auf Worte.
Auf den Unterton.
Auf die Energie dahinter.
Oft sagen Menschen etwas ganz anderes, als ihre Worte vermuten lassen.
Schmecken – Bewusst genießen
Achte einmal auf dein Schmecken.
Wie fühlt sich Essen auf deiner Zunge an?
Welche Nuancen nimmst du wahr?
Ich erinnere mich an ein wunderschönes Hotelessen, das nach nichts schmeckte.
Hohl. Leer.
So wie der Service.
Schöne Worte – ohne echte Präsenz.
Wenn du bewusst schmeckst, spürst du auch, wie viel Leben in einem Moment steckt – oder fehlt.
Spüren – Im Körper ankommen
Dein Körper ist dein stärkster Anker.
Spüre deine Hände.
Deine Arme.
Den Stoff auf deiner Haut.
Deine Füße in den Schuhen.
Auch in schwierigen Momenten.
Wenn es dir schlecht geht:
Atme.
Spüre.
Wo sitzt das Gefühl?
Ist es Druck?
Enge?
Ein Kloß?
Allein dadurch verändert sich etwas.
Du kommst zurück zu dir.
Wenn du Obst schneidest, leg es bewusst auf den Teller.
Mach daraus ein kleines Mandala.
Schon bist du da.
Im Moment.
Ich habe lange Alltagsmandalas fotografiert.
Nicht spektakulär.
Einfach aus meinem Leben.
Sie sagten nur:
Schau.
Du lebst.
Jetzt.
Dein persönlicher Anker im Jetzt
Jeder Mensch hat andere Anker.
Vielleicht ist es das Telefonklingeln.
Der erste Schluck Wasser.
Ein Geräusch.
Ein Blick aus dem Fenster.
Was taucht in deinem Leben immer wieder auf?
Was kann dir sagen:
Ich bin hier.
Ich lebe jetzt.
Suche dir dein Zeichen.
Und erinnere dich immer wieder daran.
Dein Leben findet nicht später statt.
Nicht morgen.
Nicht irgendwann.
Es ist jetzt.
Alltagsmandalas
Kleine Erinnerungen ans Hier und Jetzt teile ich auch auf Facebook
Häufig gestellte Fragen
Muss ich einen Kurs machen, um achtsamer zu leben?
Nein. Für mich ist Achtsamkeit im Alltag wichtiger als jeder Kurs – Du hast Deine Sinne bereits dabei und kannst sie jederzeit bewusst einsetzen, egal wo Du gerade bist.
Wie fange ich mit Achtsamkeit im Alltag an?
Meine Empfehlung: Wähle einen Sinn – Sehen, Hören, Schmecken oder Spüren – und richte Deine Aufmerksamkeit eine Woche lang immer wieder bewusst darauf. So wird Achtsamkeit Teil Deines Alltags, ohne zusätzlichen Aufwand.
Warum ist der Körper ein guter Anker für Achtsamkeit?
Der Körper ist immer im Jetzt – er kennt keine Vergangenheit oder Zukunft. Wenn ich mich auf körperliches Spüren konzentriere, komme ich automatisch im gegenwärtigen Moment an.